Meine schriftstellerischen Arbeiten umfassen Gedichte und lyrische Prosa

Gedichte sind veröffentlicht im Czernik Verlag Edition L

EIN KLANG. Die schönsten eingereichten Gedichte zum Inge Czernik-Förderpreis für Lyrik. 2011. Czernik Verlag / Edition L

DAS GEDICHT. Jubiläums Ausgabe neuer deutscher Lyrik. 2012. Czernik Verlag / Edition L

SPUREN SIND MEINE WORTE. 2012. Czernik Verlag / Edition L

Ein Buch mit einem Text und Bildern: RAZZA À LIO – EIN SPIEL“  habe ich 2013 herausgegeben. Es ist bei mir erhältlich.

 

 Nachfolgend einige meiner Gedichte.

Der Himmel

 Der Himmel

Der Himmel bedeckt
mit weißen Tüchern.
So hatte man
sichs ausgedacht:
wenn alle Leitern aufgestellt,
um Frieden zu schließen
mit den Krähen.

Ich bin

 Ich bin

Ich bin eins von zweien.
Bin ichs? Oder bin ich zwei?
Wer weiß das schon
bei dieser Hitze,
die sich über uns ergießt.
Der Fluss, der See ist weit,
zu Fuß nicht zu erreichen.
Wenn es hier ein Ufer gäbe,
das Wasser wäre zu erfinden.

Böser Traum

 Böser Traum

Jetzt träum ich
die Blumen des Bösen

meisterlich:
das Fressen der eigenen Kinder,
das Pferd in den Ruinen,
Bomber aus Blei

wie zart die Hände der Meister
mit der Maske die Reise
in die Gegenwart -

die Gesichter ausgetauscht
nicht die Augen,
mit denen lesen die Enkel jetzt

Recherche

 Recherche

ein wenig halte ich den Atem an
um besser abzuzählen,
ob tief so tief
dass hoch mit weit
sich darin wiederfindet.

Das Sonett hat seinen Ruhm,
der Tage heller matter Schein
durch Liebestun
so frei, im Recht, so rein.

wieder hält mich der Atem an
im Zuge der Recherche,
ob die Seele schon
das Dasein von der Ewigkeit
ganz abgefühlt -
mit Kindheitskraft
seit meine Heiligen
sich abgewandt.

Ein Daseinskind
in Liebesreimen – nun?

Mein Freund

 Mein Freund

Mein Gott
mein Freund
was ist geschehen
dass ich
mit Ohren sehe
mit Augen höre
im Sturz nach vorn

Aus dem Nichts
die Möglichkeit
Ich und Nicht-Ich zu sein

In diesem Hiatus
den Stein zu finden
aus dem sich rollt der Weg

Das freilich
ist dein Privileg

Versprechen

 Versprechen

Wir sahen
auf unsere Schemen:
Schiffe auf dem Grund
der See

beladen
mit unseren Versprechen
aufs Wort

Beflaggt mit
der grelle Farbe Stolz
dem Leichtsinn

(Zweifel hatten wir
am Mast nicht
ausgerollt)

angesteckt von
unserem Drängen
gab sich der Horizont
für die Takelage her

und ohne
unsere Bitten
spann er uns
in die Ferne ein.

Einen Hafen?

Wir waren keine Händler!

Unsere Fracht war
zum eigenen Verzehr bestimmt.

Kleine Welt

 Kleine Welt

An das Betäubungsmittel
gelehnt ist die Stadt
in meinem Objektiv
ein träges Bühnenstück

das winterliche Gegenlicht
treibt zwar den Gang
der schweren Füße an –
vergebens aber
denn auch die Zeit
ist chemisch eingestellt

Gestalten – grob umrissen
Grüße – kurz
von aufgesprungenen Lippen
Blicke – mit dem Ungefähr

Ich brauche
        (ab und an)
vom Berg
der Unwahrscheinlichkeit
die Götterspeise
aus dem Nebelhorn.
Sie nährt und wärmt

So wohl
in meiner gut dosierten
kleinen Welt!

Verschwendung

 Verschwendung

Die gute Zeit Verschwendung -
der Tisch ist groß,
vom Schattenbaum gedeckt
mit leichter Kost,
so leicht,
dass sie im Augenblick
der Sonne schon vergeht.

Mich sättigen diese Speisen
solange - im Wind -
aus den grünen Händen
die Nester fallen,
kühl und possenhaft.

Goldener Traum

 Goldener Traum

Ich kam
spät an Bord.
Du warst
vorausgefahren
nach Odessa
und zur Krim.
In Georgien
wollten wir
uns treffen.
Es gab nur
einen Hafen,
der Wärme versprach:
unter dem Schaffell
mit den goldenen Schuppen.

halb Fisch
halb Schlange

ja, uns teilen.
Ja!

Vor den Iden des März II

 Vor den Iden des März II

Diese Insel!
Speck
in meinem Meer -

wessen sonst -

aus dem Karst geschnitten,
im Feuer gebraten
hab ichs mir schmecken lassen.

Nicht ich
das Fest Minos´,
nicht ich der Leichtsinn -

das Höhlenwesen
im Ida

noch einmal

An den Wänden tasten,
im Stall
das Vlies,
schwarz von Dung
und frischem Mist

einmal noch

schwarzes Gold,
das an den Fingerkuppen haftet,
die Zunge färbt,
die spricht,
die Netzhaut löst.
Schwarz die Wangen, Locken,
die Stirn
in Fluchtgedanken,
denn das Immermeer
droht auszutrocknen

niemals mehr

diesen Fels zerschneiden,
zu fern, ihn auszuhöhlen.

Kein fettes Tier,
das diesen Berg
und mich ernährt.

Fjord

 Fjord

Eine Klinge Meer
tief ins Land geschnitten,
zerteilt die Felsen
wie von Metzgerhand.

uralt

Die Wunden längst verstummt,
der Märchenteppich ausgetreten
zu Fetzen Moos.

Uralt?
Dass ich nicht lache!

Gestern
sah ich den Schatten,
getrieben von Dieselmotoren
mit Raketen an Bord

(ich hatte viele Nächte gewartet)

denn nur nachts
wagt es der Feind, der Freund
die Felsen umzupflügen.

Oh, du Amerika

 Oh, du Amerika

ich habe dir
nichts zu sagen
was du nicht
schon weißt

ich habe bei dir
nichts verloren
was ich nicht
woanders schon
gefunden hätte.

ich habe hier
nichts gefunden
das ich
vermisst habe

Ich beneide dich
um deine Ozeane

beneide dich
um den einen Ort
an dem du
sie gleichzeitig hörst

das ist viel
sehr viel